Nachbericht zum DVR/BSVI Web-Seminar 2026 zum Thema "Zu Fuß voraus"
Fachlicher Diskurs der Verkehrsfachleute beim zehnten DVR/BSVI Web-Seminar
Viele Einflussfaktoren können das alltägliche Leben der Zufußgehenden im Verkehrsraum gefährden. "Mängel bei der Infrastruktur und in der Folge Defizite an Verkehrssicherheit fordern uns im Ergebnis zum Handeln auf." eröffnet Bernhard Knoop (BSVI) das Web-Seminar. Sichere und barrierefreie Fußverkehrsanlagen sind eine zentrale Voraussetzung für lebenswerte Städte. Wie die Infrastruktur für den Fußverkehr sicher und bedarfsgerecht gestaltet werden kann, diskutierten rund 600 Fachleute beim zehnten gemeinsamen Web-Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI) am 18. Juni. Neben den planungsrelevanten Regelwerken erhielten die Teilnehmenden auch Einblick in die Forderungen des DVR und in die Gestaltung von Fußverkehrsnetzen.
Aktuelles aus Theorie und Praxis
Im Mittelpunkt standen neue Planungsstandards für den Fußverkehr, die Anforderungen des DVR an eine sichere Infrastruktur sowie praktische Erfahrungen beim Aufbau kommunaler Fußverkehrsnetze. Jörg Ortlepp von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) präsentierte den Teilnehmenden die für den Fußverkehr relevanten Ausschnitte aus den bald neu erscheinenden Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt). Anschließend stellte die DVR-Referatsleiterin Verkehrsinfrastruktur Andrea Kulpe-Winkler die Position des DVR in Form eines Vorstandsbeschluss vom April 2026 vor und betonte die Wichtigkeit einer sicheren Infrastruktur für den Fußverkehr. Wie Fußverkehrsnetze erstellt und praktisch angewendet werden können, zeigte Susanne Elfferding von der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende der Hansestadt Hamburg.
„Zukunftsorientierte Fußverkehrsnetze sind ein wichtiger Bestandteil einer sicheren, inklusiven und nachhaltigen Mobilität und Grundlage für lebenswerte Städte und Gemeinden“, erklärt Andrea Kulpe-Winkler. „Damit verbessert sich die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmenden – insbesondere die der ungeschützten Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen. Breite, barrierefreie Gehwege, gut sichtbare und sichere Querungsstellen und eine klare Trennung vom motorisierten und auch vom Rad-Verkehr reduzieren das Unfallrisiko erheblich.“
Das nächste DVR/BSVI Web-Seminar befasst sich mit dem Thema „Sichere Landstraßen erkennen, bewerten und verbessern“ und findet am Donnerstag, 24. September 2026, von 10:00 bis 12:30 Uhr statt. Interessierte können sich hier anmelden.